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Mai

Nachstücke. Das Bonner Schumannfest startet am 27. Mai im Theater im Ballsaal

„Nachtstücke“ heißt das Motto des diesjährigen Schumannfests, das sich in all seinen Veranstaltungen mit dem Thema Nacht und seiner Spiegelung in der Musik auseinandersetzt. Das reicht von der Abenddämmerung bis zum Morgenrot, von der Träumerei bis zum Albtraum, von der Serenade bis zum Nocturne. Das Motto ist dem Klavierzyklus „Nachtstücke“ von Robert Schumann entlehnt, der sich in seiner Komposition wiederum auf das literarische Werk von E.T.A. Hoffmann bezieht. Schumann selbst sprach von einer „Leichenphantasie“.

Diese „Nachtstücke“, die musikalisch viel Skurriles und Dämonisches enthalten, stehen im Mittelpunkt eines Konzerts am 29. Mai, 20 Uhr, im Theater im Ballsaal. Der junge spanische Pianist Pau Fernandez Benlloch spielt die vier Stücke des Zyklus, der Schauspieler Andreas Durban wird dazu passende Passagen aus dem Werk von E.T.A. Hoffmann lesen. Die Zuhörer aus Bonn wiederum können sich auf ein Wiedersehen und -hören freuen: Durban gehörte während der Intendanz-Zeit von Manfred Beilharz zum Ensemble des Bonner Theaters; später wechselte er mit Beilharz an das Staatstheater Wiesbaden.

Eröffnung und Abschluss des Festivals gehören sozusagen vier Händen und zwei Klavieren. Am 27. Mai, 19 Uhr, ist das weltweit gefeierte Klavierduo Genova-Dimitrov zu Gast im Theater im Ballsaal; im Gepäck haben die beiden unter anderem drei hochvirtuose Nocturnes von Debussy in der Bearbeitung von Ravel und von Ravel selbst die Rhapsodie espagnole mit ihrem einleitenden Prelude a la nuit.

Ebenfalls im Ballsaal tritt zum Finale am 10. Juni das Klavierduo Schuch-Ensari auf. Das Ehepaar spielt die Variationen über ein Schumann-Thema von Brahms, die Ouvertüre zum „Sommernachtstraum“ von Mendelssohn, Fazil Says „Night“ und Strawinskys „Le Sacre du printemps“.

Wie schon in den letzten Jahren, bietet auch diesmal das nunmehr 27. Schumannfest eine Bühne für den Nachwuchs im Bereich Lied. Pauliina Tukiainen, Professorin in Salzburg und Beraterin des Festivals in Sachen Lied, hat mit Ana Beatriz Gouveia (Sopran) und Hugo Peres (Klavier) sowie Belen Garcia Burgos (Sopran) und Esther Vilar Portillo (Klavier) zwei junge, hochtalentierte Liedduos aus Portugal und Spanien ausgewählt, die am 6. Juni um 19 Uhr im Schumannhaus ein apartes Programm präsentieren. Das reicht von Schumann und Hugo Wolf bis zu Turina und Georges Crumb mit seinem „Dance of the moon in Santiago“.

Tukiainen selbst begleitet am 9. Juni um 20 Uhr im Ballsaal den vielfach ausgezeichneten Tenor Christoph Prégardien bei seinem Liederabend. Auf dem Programm stehen unter anderem der Liederkreis von Robert Schumann mit seiner berühmten „Mondnacht“ und ausgewählte Lieder von Franz Schubert.

Musik, die gleichsam exemplarisch das Thema Nacht beschwört, ist am 30. Mai, 19 Uhr, im Theater im Ballsaal zu hören: Mozarts „Eine kleine Nachtmusik“ und Schönbergs „Verklärte Nacht“. Dazu kommt Clara Schumanns Klavierkonzert in einer Fassung für Streichquintett. Der Reiz des Abends liegt vor allem in der Zusammenarbeit mit dem Mahler Chamber Orchestra (MCO). Drei Mitglieder des Orchesters – Hildegard Niebuhr (Violine), Mladen Somborac (Viola) und Frank-Michael Guthmann (Cello, künstlerische Leitung) – musizieren zusammen mit vier Teilnehmern der MCO Academy in Dortmund, die an Musikhochschulen in Nordrhein-Westfalen studieren. Solistin im Klavierkonzert ist die 16-jährige Nina Frey, vielfach bei „Jugend musiziert“ ausgezeichnet.

Natürlich spielt auch Jazz in diesem Jahr eine Rolle beim Schumannfest. „Schuman trifft Schumann“ ist das Motto am 29. Mai, wenn um 20 Uhr die New Yorker Band Hazmat Modine im Rahmen ihrer Europa-Tournee in der Endenicher Harmonie gastiert. Das von Wade Schuman gegründete Ensemble fasziniert mit seiner Mischung aus Blues, Reggae und Klezmer-Anklängen.

„Strangers in the night“ heißt es hingegen, wenn Johannes von Ballestrem, gebürtiger Bonner mit internationaler Karriere, zu guten Weinen bei Jacques‘ Weindepot (Gerhard-Domagk-Straße) improvisiert. Die Veranstaltung am 3. Juni beginnt um 20 Uhr.
Mit seinem Partner Jacques‘ Weindepot gibt das Festival im übrigen schon im Vorfeld einen Vorgeschmack auf sein Programm: Eine „Serenata espanola“ mit spanischen Weinen, viel Gitarrenmusik und Gesang ist für den 21. Mai, 20 Uhr, angekündigt. Für den anspruchsvollen musikalischen Teil ist dabei die junge Spanierin Emma Campas zuständig, die in ihrer spanischen Heimat so ziemlich alles an Preisen abgeräumt hat, was man sich vorstellen kann.

Auf Spanien folgt Italien. Eine italienische Nacht steht in Zusammenarbeit mit dem Lionsclub Clara und Robert Schumann am 31. Mai um 19 Uhr im Theater im Ballsaal an: Das Mailänder Ensemble Duomo, seit vielen Jahren bekannt durch seine originellen Programme zwischen Klassik und Filmmusik, wird verstärkt durch die junge, aus Bonn stammende Sängerin Sarah Rölli. Die Sopranistin kann bereits auf vielfältige Erfahrungen im Opern- und Konzertbereich verweisen.

Ein sehr spezielles Programm stellen Mathis Wolfer (Blockflöte) und Theresa Heidler (Orgel), die sich zum Duo wind&spiel zusammengetan haben, am 7. Juni, 17 Uhr, in der Kreuzbergkirche vor. Wolfer, im letzten Jahr mit dem Sonderpreis für Alte Musik beim Deutschen Musikwettbewerb ausgezeichnet, und Heidler, Preisträgerin zahlreicher internationaler Orgel-Wettbewerbe, inszenieren ein fiktives Treffen zwischen den beiden niederländischen Komponisten Jacob van Eyck und Jan Pieterszon Sweelinck und reichern das Ganze an mit Moderation, eigenen Arrangements und Improvisationen.

Auch Robert Neumann, der am 8. Juni, 20 Uhr, im Ballsaal das Konzert zum Geburtstag von Robert Schumann spielt, ergänzt sein Programm – Etüden von Chopin, Liszts Dante-Sonate und die Symphonischen Etüden von Schumann – mit Improvisationen. Neumann hat das erfolgreichste Jahr seiner bisherigen Karriere gerade hinter sich, mit dem ersten Preis beim Deutschen Musikwettbewerb und dem Gewinn des Internationalen Deutschen Pianistenpreises.

Natürlich setzt das Schumannfest auch seine Kooperation mit dem Endenicher Rex-Kino unter dem Motto „Schumann trifft Rex“ fort. Am 31. Mai, 11 Uhr, steht Ingmar Bergmans „Das Lächeln einer Sommernacht“ auf dem Programm, Bergmans erster internationaler Erfolg von 1955, eine Gesellschaftskomödie mit viel Leidenschaft, Sex und Sommernachtstraum-Anklängen.

Jim Jarmuschs „Night on Earth“ aus dem Jahr 1991 folgt am 7. Juni um 20 Uhr, ein Episodenfilm, dessen Geschichten alle in einem Taxi spielen, alle in derselben Nacht, aber in fünf unterschiedlichen Städten. Die Filmmusik stammt von Tom Waits und Kathleen Brennan.

Tickets unter bonnticket

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